Trio Maldito Tango
Der Tango
Die Wurzeln des Tango finden sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Argentinien. Seinen ehemals fröhlichen Grundgedanken
verlor der Tango, als er die armen Vorstädte Bunenos Aires´ erreichte.
Die zerstörten Hoffnungen europäischer Einwanderer verliehen dem Tango den Klang der Melancholie und treffend skizzierte
Enrique Santos Discépolo den Tango als "einen traurigen Gedanken den man tanzen kann".
Der Tango fand seine Heimat in den Elendsquartieren der Großstädte und in La Boca, dem Hafenviertel der Hauptstadt. Bürgerliche
Schichten und die Eliten lehnten die Musik des sozialen Unterstandes ab.
Das änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als der Tango von Paris aus seinen Siegeszug durch Europa antrat und als
gesellschaftsfähig nach Argentinien zurückkehrte.
Zeit seines Bestehens brachte der Tango herausragende Vertreter hervor. Unzählig sind die Namen derer, die den Tango in all
seinen Facetten beeinflußt haben.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts komponierte der Pianist Rosendo Mendizabal qualitativ hochklassige Melodien. 1910 nahm der
Bandoneonist Vicente Greco einen Tango auf Schallplatte auf.
Überhaupt, das Bandoneon - 1840 vom deutschen Musiklehrer Heinrich Band aus der Konzertina weiterentwickelt. Wie sehr
verbindet man dieses Instrument, welches vom Laien nicht selten mit dem Akkordeon verwechselt wird, aber ungleich schwerer zu
erlernen ist, mit dem argentinischen Tango. Und doch waren es die Europäer, die das Instrument in das Land des Tango brachten.
Der Klang des Bandoneons gestaltete die Tangomelodien langsamer und getragener. Eduardo Arolas und Anibal Troilo galten,
und ihr Ruf hält bis in unsere Tage, als virtuose Bandoneonisten.
Bildeten die Musiker anfangs noch Trios, so wuchs die Größe der Tango-Orchester im Laufe der Zeit an. Julio de Caro gründete ein Sextett,
bestehend aus 2 Bandoneons, 2 Geigen, Piano und Kontrabaß.
Pedro Maffia und Pedro Laurenz entwickelten mit ihren Bandoneons die Kunst von Melodie und Gegenstimme. Ciriaco Ortiz und Anibal
Troilo phrasierten, als seien ihre Bandoneons der menschlichen Stimme fähig.
1918 hatte Carlos Gardel "Mi noche triste" auf Schallplatte gesungen und sein phrasierter Gesang mag Anstoß für
Ortiz und Troilo gewesen sein.
1944 verläßt Astor Piazzolla das "Sexteto Tipico" Anibal Troilos´ und gründet später ein Oktett. Violincello und
elektrische Gitarre waren hinzugestoßen.
Piazzolla ist das Bindeglied zwischen Tradition und Moderne. So beliebt der Tango noch heute ist, so durchlitt er, generationenbedingt,
seine Krisen.
Jedoch haben Musiker wie Mendizabal, Troilo und Piazzolla durch ihre Innovationen den Tango in die Moderne geleitet.